Für PS3: NBA Live 09
NBA Live 09
Sport – USK 0 – Publisher: EA
Erscheinungsdatum: 09.10.2008
Auch erhältlich für: X360, PS2, PSP, Wii, Handy
Beschreibung des Herstellers:
NBA LIVE 09 ist da! Der jüngste Teil der Kult-Basketballreihe bietet unvergleichlichen Realismus auf tagesaktueller Basis und ist trotz seiner spielerischen Tiefe auch für Einsteiger sofort zugänglich. Neue Features wie die Pick-and-Roll-Steuerung und die Lockdown-Verteidigung sorgen für anhaltenden Spielspaß. Wer ein paar zusätzliche
Trainingseinheiten benötigt, kann in der NBA Academy von NBA LIVE 09 an seinen Fähigkeiten feilen.
Präsentation und Gameplay: 7/10
Es ist doch jedes Jahr das gleiche: So wie EA mit Konami um die Krone des besten Fußballspiels kämpfen, so kämpfen sie mit 2K Sports um das beste Basketballspiel. Während EA mit NBA Live 2008 nach einigen schwachen Jahren dem Sieg über 2K endlich wieder näher gekommen ist, aber an einigen grundlegenden Gameplay-Mängeln gescheitert ist, will man 2009 nun endgültig an der Spitze stehen.
So hat EA einige Neuerungen eingebaut – an erster Stelle ist hier die neue Pick&Roll-Steuerung zu erwähnen, mit der man im Angriff effektiv zwei Spieler steuern kann. Ob man nun selbst zum Wurf ansetzen möchte und sich vom zweiten Spieler den Weg freimachen lässt oder gut durchdachte Angriffszüge spielen will – nach etwas Eingewöhnungszeit funktioniert dies ungeahnt gut. Mit der Lockdown-Verteidigung gibt es auch in der Defensivabteilung eine entscheidene Neuerung. Mit dieser könnt ihr den Abstand zum Gegenspieler selbst kontrollieren und dabei beispielsweise mit dem linken Stick eventuelle Wege zumachen, während ihr hautnah an ihn heranrückt. Um genau dies als Offensivspieler aber garnicht erst möglich zu machen, hat EA mit den Quickstrike-Anklebreakers aber noch eine weitere Neuerung am Start. Drückt ihr gleichzeitig den rechten Trigger und bewegt den rechten Stick gezielt oder auch wild, führt euer Spieler ein schnelles Angriffsmanöver durch, bei dem er nach kurzer Körpertäuschung oder Drehung sofort nach vorne durchstartet. Auch dieses Konzept ist im Grundsatz sehr gut – wenn nicht alles so automatisiert wirken würde. Ähnlich wie bei FIFA besteht das Spiel mit diesen Aktionen mehr aus zusammengesetzten Videoschnipseln als aus eigenhändigen Manövern, was Anfänger zwar begrüßen werden, aber was für Profis zu wenig Handlungsspielraum gewährt.
Ohnehin ist das Spiel eher für Anfänger als für Profis ausgelegt. Die gut gestaltete NBA Academy zeigt sich dem Spieler schon, bevor er überhaupt ins Hauptmenü kommt. Sie gibt Einblicke in die Grundzüge des Spiels und legt Anfängern auch fortgeschrittenere Spielzüge näher, um so jeden langsam an das Spiel heranzuführen. Gute Idee, gut umgesetzt!
EA-typisch ist auch die Präsentation mal wieder top. Schön designte Menüs, passender Soundtrack und Lizenzen bis zum Umfallen. So ist die komplette NBA lizensiert (inkl. All-Star-Weekend, aller Teams, Spieler usw.) und noch einige FIBA-Mannschaften, darunter auch Deutschland. Im Spiel selbst zeigt dann aber, dass EA schonmal leicht das Gameplay zu vernachlässigen scheint. Bestes Beispiel die Anklebreak-Manöver: Führt man beispielsweise eine Drehung aus, um den Verteidiger zu täuschen, ist man nach Animationsende gut drei Schritte von diesem Entfernt. Wenn das normale Spielgeschehen dann weiter geht, scheinen sich die Verteidiger nach vorne zu Beamen, so dass ein Yao Ming beispielsweise noch einen schnellen Point Guard einholt und noch locker zum Block ansetzen kann. Desweiteren wirken Animationen im Allgemein stellenweise ruckelig, Wiederholungen ruckeln außerdem fast immer recht stark. Das NBA365-Addon ist zwar eine gute Idee (ständig aktuelle Kader und Statistikveränderungen aus der echten NBA), hat aber kaum Auswirkungen auf das Spiel und soll zudem noch bald kostenpflichtig werden.
Grafik: 7/10
Zunächst sollte erwähnt werden, dass alles, was auf dem Court passiert, extrem gut aussieht. Screenshots sehen fast fotorealistisch aus und die Framerate der Animationen ist akzeptabel. Auch die Spieler sehen alle sehr real aus und Schweiß wird gut sichtbar. Die Animationen wirken authentisch (wenn auch, wie beschrieben, kaum beeinflussbar) und auch die Gesichtszüge sind gut nachgestellt.
Das Kollisionsmodell scheint dafür einige Fehler aufzuweisen. So fliegen Bälle ab und dann von hinten durch die Kante des Bretts in den Korb oder Spieler laufen und passen durcheinander durch – sowas darf absolut nicht passieren und sorgt schonmal leicht für den einen oder anderen Aufreger. Auch mit den Außenlinien nimmt das Spiel es nicht so genau.
Wift man einen Blick in das Publikum, stellt man mit Erschrecken fest, dass die Framerate der geklonten Zuschauer sehr niedrig und zudem jede Zuschaueranimation quasi gleich aussieht. Tanzende Cheerleader ruckeln vor sich hin, was bei genauem Hinsehen störend wirkt.
Sound: 9/10
Ein ordentlicher Soundtrack und eine gute Stadionatmosphäre bringen ein positives Gesamtbild. Die Kommentatoren selbst wirken meist authentisch, langweilen allerdings ab und an. Die Soundeffekte bringen ein gutes Basketball-Flair rüber und auch Cutscenes wirken insgesamt gelungen. Mit ein wenig mehr Abwechslung beim In-Game-Sound und einigen Kleinigkeiten wäre das Gesamtpaket noch ein wenig besser.
Multiplayer: 10/10
Im Multiplayer-Bereich kann sich 2K noch einiges von EA abgucken. Ein überwiegend lagfreier Online-Modus, der sogar 5vs5-Matches unterstützt, in dem jeder Spieler nur einen einzigen virtuellen Spieler steuert, ist ein sehr gutes Feature des Spiels. Dazu sind sogar eigene Ligen möglich.
Auch offline glänzt das Spiel im Multiplayer – EA-üblich kann mit bis zu 4 Spielern an einer Konsole gespielt werden, was nette Mehrspieler-Sessions vor einem Bildschirm ermöglicht. Unabhängig vom Rest des Spiels gibt es hier also die volle Punktzahl.
Gesamt: 7,5/10
EA hat es wieder nicht geschafft, an NBA 2K9 heranzukommen. Die neuen Konzepte und Ideen sind gut, doch es hapert noch an grundlegenden Gameplay- und Grafik-Elementen. Anfänger sollten jedoch NBA Live 2009 vorziehen!
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Cover und Screenshots © 2009 Electronic Arts